Viele Bräute lassen sich heutzutage ja auch gerne einmal über das Internet inspirieren, was das eigene Brautkleid angeht. Doch damit kann man sich auch viel Ärger machen – denn nicht jedes Traumkleid ist auch bei jedem Brautmodenausstatter zu haben. Was tun, wenn man hierzulande nicht findet, was man sucht? Es gibt natürlich noch die Gelegenheit, sich sein Kleid im Ausland zu kaufen. Dabei sollte man allerdings einige Dinge beachten.
Für das Brautkleid über die Grenze
Gibt es eine elegante Robe von einem bestimmten Designer nicht in Deutschland zu kaufen, hat man in den Nachbarländern vielleicht mehr Glück. Insbesondere Frankreich, England und Italien bieten sich wegen ihrer bekannten Modedesigner zum Einkauf an. Besonders günstig kommt man hingegen in Osteuropa an ein schönes Brautkleid.
Allerdings solltet Ihr Euch jetzt tunlichst nicht einfach ins Auto setzen und losfahren. Wollt Ihr im Ausland Euer Brautkleid erstehen, solltet Ihr zuerst Brautläden finden, die den gesuchten Designer auch führen. Im Zweifelsfall hilft eine E-Mail dabei sicherzustellen, dass das Gesuchte auch vorhanden ist. Schließlich wollt Ihr den weiten Weg nicht umsonst fahren.
Auch bei Kauf und Anprobe heißt es, die Augen offen zu halten. Eine deutsche Größe 38 ist himmelweit von einer französischen entfernt. Ihr solltet Euch also nicht gleich ärgern, wenn Ihr in einem anderen Land eine größere Größe wählen müsst. Allerdings enden die ausländischen Kollektionen wie in Deutschland auch im Ausland oft bei 44 oder 46. Und das kann auch bedeuten, dass Euer Kleid trotz schlanker Figur im Nachbarland nicht in Eurer Größe zu haben ist. Auch das solltet Ihr vorab klären.
Wenn Ihr Euer Kleid in einem Land kaufen wollt, das keinen Euro hat, solltet Ihr auch die Währung im Auge behalten. Je nach Wechselkurs kann auch ein scheinbar günstiges Kleid zum teuren Vergnügen werden.
Ausländische Kleider importieren
Manche Onlineshops und Brautmodenausstatter bieten Euch an, Euer Traumkleid aus dem Ausland zu importieren. Aber Vorsicht! Ein in den USA schon für 700 Doller zu erstehendes Kleid kostet in Deutschland schnell 1.500 Euro – also mehr als das Doppelte. Denn neben dem Versand möchte sich auch der Händler noch seine Mühen entlohnen. Es lohnt sich in der Regel kaum, sich auf diese Weise ein Kleid zu ordern. Wer nicht mit dem Auto ins Herstellerland fahren und das Kleid persönlich einkaufen kann, sollte sein Glück lieber direkt beim Hersteller versuchen. Geht das nicht, findet sich über das Internet vielleicht jemand, der das Kleid vor Ort kauft und einem dann per Post zuschickt.
Brautkleider aus Asien
Zugegeben – so ein Brautkleid kann schon ziemlich teuer sein. Nicht nur jetzt, wo die Wirtschaftskrise wütet, fehlt vielen Bräuten aber das Geld für ein teures Kleid. Das ist nicht schlimm, denn Asien – insbesondere China - überschwemmt den Markt gerne mit günstigen Kopien. Aus rechtlicher Sicht muss man sich hier keine Sorgen machen: Die Händler bezeichnen ihre Kleider ausdrücklich nicht als Kopien, sondern lediglich als “nachempfunden”. Lediglich mit zusätzlichen Zollgebühren muss man rechnen, wenn man sich ein chinesisches Kleid kauft. Sie liegen in der Regel bei etwa 50 Euro, allerdings wird diese Gebühr nur dann fällig, wenn der Zoll zufällig das Paket mit dem Kleid in die Hände bekommt. Die meisten Pakete gehen unkontrolliert durch.
Wie oben schon erwähnt, handelt es sich bei den Kleidern um nachempfundene Designs. Schnitte und Stoff sind dem Original zwar ähnlich, aber gerade im Detail kann es Unterschiede geben. So werden zum Beispiel die meisten Kleider mit demselben Stickmuster versehen. Wer sich günstig ein chinesisches Brautkleid bestellen will, der sollte also damit rechnen, dass nicht alles 100 % so aussieht, wie beim Original. Dafür hat man allerdings auch die Möglichkeit, sein Kleid ohne Mehrkosten in anderen Farben zu erhalten oder gegen wenig Gebühr die Schleppe zu verlängern, die Ärmel zu ändern und, und, und.
Das klingt ja alles ganz gut. Vorsichtig sollte man dennoch sein. China ist ein Billiglohnland, und auch wenn das Kleid aus denselben Materialien wie beim Original hergestellt wird, legt man hier doch nicht so viel Wert auf Perfektion wie bei einem richtigen Designer. In der Regel findet man an solchen Kleidern nur kleinere Mängel wie einen abstehenden Faden oder lose Perlen, die man leicht selbst nachnähen kann. Dennoch sollte man grundsätzlich immer davon ausgehen, dass etwas nicht passt und man nachträglich noch Änderungen vornehmen muss.
Alles in allem gibt es auch außerhalb von Deutschland einige sehr gute Möglichkeiten, Brautkleider zu kaufen. Insbesondere dann, wenn das Budget nicht groß ist oder ein spezieller Designer nicht angeboten wird. Wer sein Kleid nicht persönlich kauft, sollte allerdings mit längeren Lieferfristen rechnen. Sechs bis acht Wochen sind hier nicht selten.