Brauch des Hochzeitsladers**

Der Wedding-Planer ist wohl fast jedem aus dem bekannten Hollywoodfilm bekannt. Der Hochzeitslader – als unter anderem bayrischer Brauch – ist dagegen viel unbekannter und gerade jüngeren Leuten ist dieser Begriff bzw. die Tätigkeit eines Hochzeitsladers überhaupt nicht mehr geläufig. Ganz im Gegensatz zum modernen Weddingplaner ist der Hochzeitsplaner aber häufig noch an Traditionen gebunden und diese ermöglichen ihm auch gerade in Bayern ein etwas krachledernes Verhalten – böse ist es allerdings nie gemeint!

Was ist der Hochzeitslader überhaupt?

Die Aufgabe des Hochzeitsladers, der auch als Hochzeitsbitter oder Hochzeitsläder bezeichnet wird, ist es, schon bei der Vorbereitung der Hochzeit aktiv zu werden, also auch die Einladungen auszusprechen. Auf der Hochzeitsfeier selbst ist aber die Arbeit des Hochzeitsladers noch längst nicht erfüllt, denn der echte Hochzeitslader ist auch eine Art Alleinunterhalter, der auf der Hochzeit sowohl die Gäste als auch das Brautpaar mit witzigen Beiträgen unterhält. Dabei ist der Hochzeitslader auch auf der eigentlichen Hochzeitsfeier noch organisierend unterwegs. Ein wirklicher Stressjob, der allerdings heute im bayrischen Raum eher nur noch symbolischen und traditionellen Charakter hat.

Aufgaben des Hochzeitsladers

Die Obliegenheiten des Hochzeitsladers sind regional sehr unterschiedlich. Häufig haben die Aufgaben auch eine Art Ritualcharakter, das heißt dann, dass der Hochzeitslader nicht kreativ, sondern eher einem Ritus folgend aktiv wird. Die Hochzeitslader können die jüngeren Trauzeugen des Brautpaares sein oder auch vom Brautpaar ausgewählte männliche oder weibliche Personen, die sich räumlich in der Nähe befinden, das können zum Beispiel Nachbarn oder Freunde sein. Aber auch Verwandte können die Aufgabe des Hochzeitsladers übernehmen. In vielen Regionen wird beispielsweise traditionell der jüngste Bruder der Braut ausgewählt, um als Hochzeitslader aktiv zu werden.

Heutige Bedeutung des Hochzeitsladers

Auch heute wird der Hochzeitslader gerade in ländlichen Gegenden noch gern bemüht, allerdings hat er keine organisatorischen Aufgaben mehr zu übernehmen, viel eher ist seine Aufgabe nun auf rein rituellen oder eher unterhaltenden Charakter ausgerichtet.

Der Hochzeitslader ist ein bayerisches Original, das erst durch einen Kinofilm zu neuer Bekanntheit gelangt ist.

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